|
Die Chalkidiki (griech. Χαλκιδική, alt Chalkidike, lat. Chalcidice) ist eine Halbinsel auf dem Festland von Griechenland südöstlich von Thessaloniki auf der Balkanhalbinsel in Südost-Europa. Sie umfasst eine Fläche von 2945 km². Die Küstenlinie beläuft sich auf 522 km Länge. Chalkidiki liegt zwischen dem Thermaischen und dem Strymonischen Golf und ragt dort in drei fingerartigen Landzungen ins Ägäische Meer hinein: Kassandra (Pallene), Sithonia und Athos (Hagion Oros). Die durch die Halbinseln der Chalkidiki begrenzten Gewässer der Ägäis heißen: - Toronäischer Golf - zwischen Kassandra und Sithonia
- Singitischer Golf - zwischen Sithonia und Athos
An der Ostseite der Chalkidki wird vom Strymonischen Golf durch zwei Halbinseln noch der Golf von Ierissos abgetrennt. Aufgrund ihrer geographischen Form wird die Chalkidiki auch oft mit einer dreifingrigen Hand verglichen. Unter Rückgriff auf die antike griechische Mythologie wird die Chalkidiki auch oft als Poseidons Dreizack bezeichnet. Im Westen ist die Chalkidiki hügelig und fällt relativ flach zum Thermaischen Golf ab. Diese Flächen werden landwirtschaftlich genutzt, an der Küste selbst herrscht mittlerweile der inländische und ausländische Tourismus vor. In der Mitte der Chalkidiki erhebt sich der zweithöchste Berg: Cholomontas (1.165 m Höhe über NN). Das Cholomontas-Massiv ist durchweg mit einem eher mitteleuropäisch anmutenden Mischwald bewachsen. Im südöstlichen Teil ist die Chalkidiki ebenfalls hügelig. Der dort ursprünglich vorhandene Wald aus Pinien und Kiefern ist teilweise Waldbränden zum Opfer gefallen, teilweise werden Ebenen zwischen den Hügeln landwirtschaftlich genutzt (Megali Panagia, Paleochori, Gomati). Im nordöstlichen Teil besteht ebenfalls durchgehend ein großes Mischwaldgebiet mit mittelgebirgbsähnlichem Charakter. Es gibt wenige Flüsse, die im Sommer alle ausgetrocknet sind. Kassandra (1. Finger) Kassandra ist im Norden recht eben und intensiv landwirtschaftlich genutzt, nach Süden zur Spitze der Halbinsel hin etwas hügeliger. Waldbestände sind auf Kassandra mittlerweile selten, die Landwirtschaft und in Küstennähe der Tourismus bestimmen das Bild der Landschaft. Die höchste Erhebung auf Kassandra ist ca. 400 m über NN. Die Küste besteht überwiegend aus weitläufigen Sandstränden. Auch existieren felsige Küstenabschnitte, allerdings fallen die Klippen infolge der hügeligen Landschaftsstruktur eher weich in das Meer ab. Sithonia (2. Finger) Sithonia ist im Vergleich zu Kassandra deutlich gebirgiger. Die Halbinsel wird von Nord nach Süd in der Mitte von einem Gebirgszug durchzogen. Der Gipfel ist der Dragoudelis oder Itamos (Höhe je nach Quelle 796-811 m ü. NN). Der gesamte Gebirgszug ist bewaldet (Nadelwald), allerdings hat die Südspitze von Sithonia (ab Höhe Sarti/Sykia) den Wald durch Waldbrände verloren. Sithonias Küste ist vorwiegend eine Steilküste, welche aber an vielen Stellen Buchten aufweist (mitunter sehr abgeschiedene und schwer zu erreichende). In größeren Tälern zum Meer hin befinden sich oftmals Ortschaften (Sykia, Sarti, Toroni). An der Südwestspitze befindet sich ein großer Naturhafen: Porto Koufo (der taube Hafen). Athos (3. Finger) Athos ist im Norden eher mittelgebirgig-bewaldet. An der Südspitze erhebt sich die höchste Erhebung der Chalkidiki: Berg Athos (2033 m ü. NN). Aufgrund des besonderen Status ist Athos relativ unberührt. Allerdings haben auch hier Waldbrände größere Naturflächen vernichtet. Inseln Auf dem Gebiet der Chalkidiki existieren mehrere Inseln. Nur eine weist eine Ortschaft auf: Amouliani. Auf den Inseln in der Lagune von Vourvourou (Diaporos) existieren mittlerweile einige Häuser, von denen einige auch ganzjährig bewohnt sind. Die Insel Kelyfos (vor Neos Marmaras) ist nicht bewohnt, die Drenia (Ammouliani) und Spalathronissa (Neos Marmaras) Inseln ebenfalls nicht. Gewässer Das Wasser an den Küsten ist qualitativ sehr gut (blaue Flagge der EU). Auf Chalkidiki existieren einige Flüsse, welche im Sommer aber fast immer ausgetrocknet sind (bei Olynthos und Ormilia). Seen existieren nicht. Bodenschätze In Gerakini wird Magnesit im Tagebau abgebaut. In früherer Zeit existierten auf Chalkidiki auch Bergwerke (Madem Lako), wo Erze gefördert wurden. Eine Verladestation für Erzschiffe ist in Stratoniki (Stratoni) noch erhalten. Klima Mediterran, durch die lange Meeresküste jedoch gemäßigt. Feuchte Winter mit Niederschlägen, in Höhenlagen auch als Schnee möglich, relativ lange Sommer mit Temperaturen bis maximal 35 Grad Celsius. Wassertemperaturen im Sommer in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Wassers (offener Sandstrand gegenüber Lagune oder abgeschirmte Bucht): 22-27 Grad. Bewohner Auf Chalkidiki leben überwiegend Griechen. Ein Teil der griechischen Bewohner ist lange ansässig, ein anderer Teil im Rahmen der kleinasiatischen Katastrophe als Folge des Griechisch-Türkischen-Krieges von 1922 und dem diesen nachfolgenden Bevölkerungsaustausch aus den ehemaligen griechischen Siedlungsgebieten Kleinasiens zugezogen. Die von diesen Zuwanderern und zugleich Vertriebenen gegründeten Ortschaften erkennt man zumeist am Namensbestandteil Nea oder Neos, was neu bedeutet (Beispiel: Neos Marmaras = Neu-Marmaras). Im Zuge der Erschließung haben sich auch viele Menschen aus Nordgriechenland, insbesondere aus Thessaloniki, zumindest als Wochenendausflügler, eine (zweite) Bleibe geschaffen. Auch Nord- und Mitteleuropäer gehören mittlerweile zu den ständigen Bewohnern der Chalkidiki. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chalkidiki
|